Stereo Skateboards: Jazz, Street-Skating und Underground-Kultur
Stereo Skateboards war nie nur eine einfache Skateboard-Marke. Stereo steht für Kunst, Musik, Fotografie, Stil und authentisches Skateboarding – alles miteinander vermischt in einer Zeit, in der sich das Skaten komplett gewandelt hat. Die Wurzeln der Marke reichen bis in die frühen 90er Jahre zurück und gehen direkt auf zwei legendäre Persönlichkeiten der weltweiten Skateboard-Szene zurück: Jason Lee und Chris „Dune“ Pastras.
Um wirklich zu verstehen, wofür Stereo steht, muss man in die 80er Jahre zurückgehen, als Jason Lee das Street-Skating mit einem Stil revolutionierte, der sich völlig von allen anderen unterschied. Jason Lee war nicht nur technisch versiert. Er hatte Fluidität, Geschwindigkeit, Kreativität und eine Boardkontrolle, die damals wie aus der Zukunft zu kommen schien.
Während seiner Zeit bei Blind Skateboards unter Steve Rocco wurde Jason Lee schnell zu einem der einflussreichsten Skater seiner Generation, zusammen mit Giganten wie Guy Mariano, Rudy Johnson und Mark Gonzales.
Die Jahre bei Blind waren explosiv. Das Skateboarding erlebte einen enormen Wandel und das technische Street-Skating begann, die weltweite Szene zu dominieren. Doch während viele Marken weiterhin auf aggressive Grafiken und das chaotische Marketing der frühen 90er setzten, verspürten Jason Lee und Chris Pastras das Bedürfnis, etwas völlig anderes zu schaffen.
Sauberer, künstlerischer, eleganter und vor allem persönlicher. Und genau aus diesem Bedürfnis heraus entstand 1992 Stereo Skateboards.

Jason Lee und Chris Pastras: zwei Seelen, vereint durch die Musik
Das Herzstück von Stereo Skateboards war schon immer die Verbindung zwischen Skateboarding und Musik. Vor allem Jazz, Soul und die gesamte amerikanische Underground-Kultur, die in den 90er Jahren Fotografie, Independent-Kino und Street-Culture prägte. Jason Lee und Chris Pastras waren von Musik besessen und wollten diese Leidenschaft in einen für die Skate-Welt völlig neuen visuellen Stil verwandeln.
Es ist kein Zufall, dass der Name „Stereo“ sofort an Klang, Schallplatten, Stereoanlagen und die gesamte analoge Welt erinnert, die bis heute die Seele der Marke ausmacht. Auch das berühmte „Arrow“-Logo entstand genau aus dieser minimalistischen und raffinierten Philosophie heraus. Ein schlichtes, elegantes und sofort wiedererkennbares Design, das völlig mit dem ultra-aggressiven Stil bricht, der für das Skateboarding jener Jahre typisch war.
Die künstlerischen Einflüsse bei Stereo sind enorm. Jason Lee wird im Laufe der Zeit zu einem der angesehensten Fotografen und Regisseure Amerikas und entwickelt einen sehr ausgefeilten ästhetischen Geschmack, der sich direkt in den Boards, den Videos und der Identität der Marke widerspiegelt. Die Schwarz-Weiß-Fotografien, die melancholische Atmosphäre, die filmischen Details und die manische Liebe zur Komposition machen Stereo bis heute zu etwas Einzigartigem.
Chris Pastras hingegen kommt aus Illinois und wächst auf lokalen Rampen und Spots auf, mit einer totalen Leidenschaft für kreatives und technisches Skateboarden. Nachdem er Skater vom Kaliber eines Mike Vallely und Jason Lee kennengelernt hat, nimmt sein Weg endgültig Gestalt an. Die Verbindung zwischen den beiden ist sofort da, und aus dieser Freundschaft entsteht eine der einflussreichsten und künstlerischsten Marken in der Geschichte des Skateboardings.

Die Geburt von Stereo Skateboards und die Videos, die alles verändert haben
Als Stereo Skateboards Anfang der 90er Jahre auf den Markt kam, schien die Marke von einem anderen Planeten zu stammen. Die Boards hatten klare Designs, elegante Farben und Grafiken, die sich völlig vom visuellen Chaos unterschieden, das den Skate-Markt jener Zeit beherrschte.
Auch das Team ist unglaublich stark. Rider wie Carl Shipman, Ethan Fowler, Kyle Leeper, Jake Rupp, Jack Sabback und Raymond Molinar zeigen ein flüssiges, technisches und stilvolles Skateboarding.
1994 veröffentlicht Stereo „Visual Sound“, 1996 folgt „Tin Can Folklore“. Zwei absolute Meisterwerke, die bis heute als Meilensteine des Underground-Skateboardings der 90er Jahre gelten. Diese Videos, die größtenteils auf 8-mm-Film gedreht wurden, brechen mit allen klassischen Schemata traditioneller Skatevideos.
Es geht nicht nur um Tricks und Spots. Bei Stereo geht es um künstlerische Fotografie, filmische Montage, Jazz, Stille, Schwarz-Weiß und eine avantgardistische Ästhetik, die ganze Generationen von Skate-Filmemachern beeinflussen wird.
Das Skateboarding der Stereo-Rider war anders als alles andere. Weniger laut, eleganter, flüssiger und unglaublich technisch. Ethan Fowler, Jason Lee und Carl Shipman wurden zu Symbolen eines Skating-Stils, der bis heute von der weltweiten Skate-Community verehrt wird.
Für viele Skater repräsentieren diese Videos immer noch die reinste und künstlerischste Seite des Skateboardings.

Der vorübergehende Abschied von Jason Lee und das Ende der Marke
Mit dem Ende der 90er Jahre beginnen sich die Dinge jedoch langsam zu ändern. Jason Lee verspürt immer stärker den Ruf der Fotografie, des Kinos und der Musik. Der kalifornische Skater beschließt daher, sich nach und nach vom professionellen Skateboarding zurückzuziehen, um sich seinen neuen künstlerischen Leidenschaften und seiner Filmkarriere zu widmen.
Die Abwesenheit von Jason Lee wiegt schwer im Stereo-Projekt. Nach unglaublichen Jahren tritt die Marke in eine lange Pause ein, die von 1996 bis in die frühen 2000er Jahre andauert. Trotz der Pause entwickelt sich Stereo jedoch weiter zu einer Kultmarke. Die Videos werden verehrt, die Boards werden zu Sammlerstücken und die Ästhetik der Marke beeinflusst weiterhin Designer, Filmer und Skater auf der ganzen Welt.
Viele moderne Marken, die heute auf Minimalismus, Kunst und Fotografie setzen, verdanken der von Stereo in den 90er Jahren eingeführten Philosophie sehr viel.

Die Rückkehr von Stereo Skateboards im neuen Jahrtausend
2003 nimmt Stereo Skateboards offiziell den Betrieb wieder auf. Jason Lee und Chris Pastras finden sich erneut zusammen, mit dem Wunsch, das Projekt wiederzubeleben, das die Underground-Skate-Szene verändert hatte. Die Rückkehr der Marke wird von der weltweiten Skate-Community mit großer Begeisterung aufgenommen.
Die neuen Boards bewahren die gesamte ursprüngliche Stereo-Identität: klares Design, höchste Qualität und ein zeitloser Stil, der sich weiterhin von jeder anderen Marke auf dem Markt abhebt. 2004 erscheint das Video „Way Out East“, ein Projekt, das die offizielle Rückkehr des Teams endgültig besiegelt.
Im Video treten unglaubliche Rider wie Clint Peterson, Benny Fairfax, Keegan Sauder, Jason Lee und Chris Pastras selbst auf. Der Stil bleibt elegant, technisch und authentisch, ganz im Einklang mit den historischen Wurzeln der Marke.
Auch heute noch zählt Stereo Skateboards zu den angesehensten und anspruchsvollsten Marken der weltweiten Skateboard-Szene. Rider wie Jordan Hoffart, Yoshi Tanenbaum und John Lupfer haben das Erbe des kreativen und flüssigen Skateboardings übernommen, das schon immer die DNA von Stereo geprägt hat.

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Stereo Skateboards ist eine dieser Marken, die jeder echte Skater kennen sollte. Nicht nur wegen der Qualität der Boards, sondern wegen allem, wofür sie in der weltweiten Skate-Kultur steht. Musik, Kunst, Fotografie und echtes Skateboarding verschmelzen zu einer Marke, die bis heute ihre Underground-Identität bewahrt hat.
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